Donnerstag, 22. September 2011

Erster Eindruck von Boston: "Ehm, die Ampel ist aber rot und da kommen Autos, vielleicht solltet ihr nicht... Naja, geh' ich halt auch."

Vorab:

Ich hab ziemlich schnell gemerkt, dass die Bostoner es mit roten (Fußgänger-) Ampeln nicht so genau nehmen. Hier hält sich eigentlich niemand daran, bei rot zu warten. Ich hab 's dann mal versucht, aber die Ampeln brauchen auch ewig, bis sie auf grün umspringen...


Tag 1 – Ein ganz normaler Tag

Als um 4:30 der Wecker klingelte, sah alles irgendwie noch nicht so schlimm aus – gegen jegliche Erwartungen. Alles lief wie geplant, nur als ich im Flugzeug nach Amsterdam gerade eingenickt war, haben wir auch schon gelandet und ein hartes „Romms“ wecke mich dann wieder unsanft auf. Es ist überraschend, wie sehr eine kleine Fokker 70 „rommsen“ kann.


In Amsterdam flogen die 3,5 Stunden nur so dahin. Erst mal knapp 8 Euro für ein Frühstück ausgegeben. Was hab ich für die 8 Euro gekriegt? Ein Glas O-Saft, einen Blaubeermuffin und ein Schokocroissant. Flughafenpreise.
Ich war ziemlich verwirrt, als ich vor dem Gate stand und – vor den üblichen Kontrollen –einer mehr oder weniger netten Dame von Delta Airlines meinen Ausweis und Boarding Pass geben musste. Aber nicht nur ich, sondern alle anderen auch. Das wäre ja nicht weiter verwunderlich, wenn man den Ausweis erst nach einem persönlichen Gespräch wieder bekommt. Meine Dame – nennen wir sie einfach mal Trinity (der Name ist nach Sympathie ausgesucht) – fragte mich dann Sachen wie „Haben Sie Ihren Koffer selbst gepackt?“, „Haben Sie alle Gegenstände selbst gekauft oder hat Ihnen jemand etwas zugesteckt, was Sie mit in die USA nehmen sollen?“ usw. Als sie mein Foto aus meinem Reisepass sah, schaute sie mich skeptisch an und verlangte nach anderen Ausweisen. Ich kramte dann meinen Führerschein und meinen normalen Ausweis raus. Tja der guten Dame hat meine Frisur nicht gefallen. Ich hab ihr dann erklärt, dass ich meine Haare erst vor ein paar Tagen gefärbt hatte. Daraufhin meinte sie nur so etwas wie „Da sehen Sie, welche Konsequenzen entstehen können, wenn man die Frisur verändert!“ Ich hab schon gedacht, die lässt mich gar nicht mehr durch, aber die Sorge war unbegründet. Nur noch einmal durch den Nacktscanner und da war ich schon fast im Flugzeug. Da lief eigentlich auch alles planmäßig. Ich hatte eine nette Sitznachbarin. Nett, OBWOHL sie Holländerin ist. Und älter. Und auch ein bisschen anstrengend. ;)
Während des Fluges hat sich wohl einer der Passagiere 10 Reihen vor mir, sich die ganze Sache mit dem Fliegen noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Zumindest vermute ich das. Es war ein bisschen Aufruhe und da wurde eine Sauerstoffflasche nach vorne gebracht und der Passagier bekam nachher sogar ein frisches T-Shirt.
Mal zur Orientierung, wie mein Flugzeug (A330 300) aussah.


Ach so, praktisch ist, dass meine Cousine einen super tollen Handyvertrag hat, mit dem sie kostenlos ins Deutsche Festnetz telefonieren kann. =)



Tag 2 – Gut zu Fuß

Mein Dienstag fing recht früh an, aber da ich ca. 9 – 10 Stunden geschlafen hatte, war das kein Problem. Als ich dann vormittags mal ein wenig die Gegend erkunden wollte, fing es an zu regnen. Und ich war unterwegs, ohne Schirm.

Also beschränkte ich mich auf 1-Stunde-zum-und-durch-den-Park-Spazieren.

Riverway

Aber bevor ich mich aufmachte, um die neuste Folge von Doctor Who zu sehen, ging ich erst einmal zum nächstgelegenen Supermarkt. Also ich kann sagen, das Apartment meiner Cousine liegt schon ziemlich genial. Supermarkt, Restaurants, Bars, Dunkin’ Donut usw. alles. innerhalb von unter 100 Metern.
Am Nachmittag erkundete ich dann den Charles River und bin gefühlte 100 km gelaufen. Real waren es vielleicht 10km =)

Charles River

Ein Musiker

Ein Bürgermeister

Konzert

von der Army

Museum of Science

Dabei bin ich meinen ersten Bostoner Eichhörnchen, die leider nicht so zutraulich waren, wie die in London, und dem Freedom Trail, den ich an einem anderen Tag abklappern werde, begegnet.

Bostoner Eichhörnchen

Freedom Trail


Ich hab mit bei Rite Aid Batterien für meinen MP3-Player besorgt, denn meine hatte ich glorioser Weise Zuhause vergessen. Auf meinem Rückweg passierte ich die Berkeley Street, was mich an Berkeley erinnerte.

Berkeley Street

Der Tag heute war voller Erinnerungen. Ost- und Westküste scheinen doch einige Gemeinsamkeiten zu haben ;) Kurz vor der Wohnung stolperte ich dann zufällig über Scientology Church Foundation. Die sind echt überall…

Scientology



Tag 3 – Die Mayflower II und Provincetown

Die Sonne strahlte, die Temperaturen stiegen und wir machten uns auf zu Cape Cod. Cape Cot ist ziemlich südlich von Massachusetts auf einer Halbinsel. Wenn ich „wir“ sage, meine ich meine Cousine Claudia, ihr Arbeitskollege Greg und ich.


Auf dem Weg nach Provincetown – was wohl die „schwulste Stadt in MA“ ist – hielten wir in Plymouth an, wo die Mayflower II – eine Nachbildung der Mayflower, mit dem die ersten Siedler nach Amerika gekommen sind – am Pier zu finden ist.

Mayflower II in Plymouth

Mayflower II

Wir hatten ein spätes Mittagessen und verbrachten den Nachmittag in Provincetown.

Provincetown

Provincetown Town Hall

Leuchtturm an der Spitze

Provincetown 2

Gegen Abend machten wir uns dann wieder auf dem Heimweg. Da es ca. 2,5 Stunden für eine Strecke von Boston nach Provincetown bzw. von Provincetown nach Boston braucht, konnte ich ’s mir nicht verkneifen und nickte auf dem Rücksitz ein ;)

1 Kommentar:

  1. Satz des Tages:
    „Da sehen Sie, welche Konsequenzen entstehen können, wenn man die Frisur verändert!“

    Bin sehr gespannt auf weitere Einträge. :-)

    Grüüüüße

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